Grundsätzliches zum Dialog und zum Dialogprojekt Arbogast

Der Dialog...

Der Dialog hat eine lange Geschichte. Der Qantenphysiker David Bohm, der sich im letzten Jahrhundert auf die Suche nach einer weiteren Gesprächsform begab, fand vielfältige Anleihen, etwa bei den Hopi-Indianern und beim afrikanischen Pow-Wow. Vieles fliesst im Dialog zusammen, was am besten durch folgendes Zitat ausgedrückt werden kann, das auch am Beginn der konzeptiven Überlegungen zu einem Dialogprojekt Arbogast steht:

» [Dann] erreichte er den tatsächlichen Ursprung des Flusses [Susquehanna]: wiesenähnliches Land, auf dem sich nichts ereignete – kein Vieh weidete hier, kein geheimnisvoller Wasserstrahl quoll aus der Erde. Hier sammelte sich lediglich Feuchtigkeit aus zahlreichen unsichtbaren und unbedeutenden Quellen. Tropfen entstanden, rannen ineinander, verbanden sich. Etwas entstand wie zufällig aus dem Nichts, unscheinbar, und gab sich eine Bestimmung.

Die Sonne schien voll auf die Wiese, und wo der Dunst lastete, brachen sich ihre Strahlen, bis alles golden erglänzte und geheiligt schien, als sei hier der Ursprung des Lebens selbst. So beginnt alles: die Berge, die Ozeane, das Leben. Allmählich kommt eins zum anderen – und so entstehen Sinn und Bedeutung. « 

James A. Michener, Die Bucht

... im Bildungshaus Arbogast …

Das Dialogprojekt Arbogast entstand aus den Vorarlberger Friedensdialogen heraus, die das Friedenskraftwerk Vorarlberg in Kooperation mit dem Jugend- und Bildungshaus Arbogast 2003 und 2004 durchführte.

2006 wurde im Bildungshaus Arbogast diese uralte Form des miteinander Sprechens im Dialogprojekt aufgegriffen, weil sich das Haus als ein Ort des Dialogs versteht. Im wesentlichen orientiert man sich an der Arbeit des jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber (Ich und Du), der Arbeit des Quantenphysikers David Bohm, Weiterentwicklungen in der Dialogue Group des MIT in Boston sowie den Grundhaltungen nach Freeman Dhority, Martina und Johannes Hartkemeyer www.dialogprojekt.de. Aktuell fliessen auch die Erkenntnisse der U-Theorie von Claus Otto Scharmer (MIT) sowie seine Forschungen und praktischen Arbeiten zu presencing immer stärker in das Dialogprojekt Arbogast ein. Claus Otto Scharmer geht ja davon aus, dass die Qualität von sozialen Feldern (Familien, Organisationen, Gemeinschaften) wesentlich vom Grad der Aufmerksamkeit - vor allem der Art und Weise, wie im Feld zugehört wird - bestimmt wird. Im Leitbild von Arbogast heißt es:

» Die Begegnungen von verschiedenen Lebenserfahrungen, Religionen und Weltanschauungen erleben wir als Bereicherung. Wir bieten Raum für Dialog, Lernen, Transformation von Personen und Organisationen Wir bekämpfen nicht Fehler, wir sind für das Fehlende da. «

… ist weshalb interessant?

Es geschieht jeden Tag. In Unternehmen, in der Politik, in Beziehungen: wir reden aneinander vorbei, hören uns nicht zu, meinen genau zu wissen, was Sache ist. Der Dialog ist die Kunst, gemeinsam etwas Neues zu schaffen. Der Dialog ist eine andere Form des Miteinanders. Ziel des Dialoges ist es, gemeinsam ein neues Verständnis zu erreichen, einen gemeinsamen Sinn zu entdecken, der über die bereits bekannten Gedanken und Konzepte, die automatisierten Gefühlsreaktionen hinaus geht.

Für das Gelingen eines solchen Dialoges sind bestimmte Haltungen und Kernfähigkeiten notwendig, wie etwa wirklich zuhören, respektieren, von Herzen sprechen, erkunden, offen sein für das Unerwartete. Der Dialog lebt auch wesentlich vom Vertrauen der Teilnehmenden, dass der Prozess getragen ist vom GEIST, der in jedem Menschen präsent ist und sich zeigen will.

»Wir öffnen uns 

demfreien Sinnfluss, 

der unter uns, 

durch uns hindurch und 

zwischen uns fließt.«

David Bohm, der Dialog