Haltungen

Einladung zum Dialog

  • JedeR genießt den gleichen Respekt.
  • Ich vertraue mich neuen Sichtweisen an.
  • Ich mache mir bewusst, dass meine »Wirklichkeit« nur ein Teil des Ganzen ist.
  • Ich genieße das Zuhören.
  • Ich brauche niemanden von meiner Sichtweise zu überzeugen.
  • Ich verzichte darauf, (m)eine Lösung über den Lösungsweg meines Gegenüber zu 
  • stellen.
  • Wenn ich von mir rede, benutze ich das Wort »Ich« und spreche nicht von »man«.
  • Bevor ich rede, nehme ich mir einen Atemzug Pause.
  • Ich rede von Herzen und fasse mich kurz.
  • Ich nehme Unterschiedlichkeit als Reichtum wahr.

Johannes Schopp, Jana Marek

Kernfähigkeiten nach Freeman Dhority und Martina & Johannes Hartkemeyer

Die Haltung eines Lerners verkörpern
Diese Fähigkeit ermöglicht es uns, wieder neugierig zu sein und unsere kulturelle Konditionierung als Wissende aufzutreten, abzulegen. Der Zen-Meister Shunryu Suzuki hat es folgendermaßen formuliert: »Im Anfängergeist gibt es viele Möglichkeiten. Im Geist des Experten gibt es wenige«.

Radikaler Respekt
Respekt heißt für uns, die andere Person in ihrem Wesen als legitim anzuerkennen. Respekt ist aktiver als Toleranz: ich bemühe mich darum, die Welt aus der Perspektive des anderen zu betrachten.

Offenheit
Dies bedeutet, die Bereitschaft mitzubringen, offen zu sein für neue Ideen, für andere Perspektiven, offen dafür, lang gehegte Annahmen in Frage zu stellen.

Sprich von Herzen
Damit ist gemeint, dass ich von dem spreche, was mir wirklich wichtig ist, mich wesentlich angeht. Ich rede nicht, um rhetorisch zu brillieren, zu theoretisieren, einen Vortrag zu halten. Ich fasse mich kurz.

Zuhören
Hier geht es um qualitatives Zuhören: das heißt, ich lausche dem anderen so vorbehaltslos wie möglich sowie mit empathischer Zugewandtheit, welche die/ den SprechendeN einlädt, ihre/seine eigene Welt vertrauensvoll sichtbar zu machen.

Verlangsamung
Im Dialog wollen wir unseren automatischen gedanklichen und emotionellen Mustern auf die Schliche kommen. Ohne Verlangsamungsprozess sind wir dazu kaum in der Lage.

Annahmen und Bewertungen »suspendieren«
Unsere individuell unterschiedlichen Glaubenssätze, Interpretationen und Annahmen liefern den Zündstoff für endlose Missverständnisse und Konflikte. Im Dialog üben wir, unsere Annahmen und Bewertungen offenzulegen und in der Schwebe zu halten.

Produktives Plädieren
Dies ist eine Einladung dazu, die Wurzeln meines Denkens und Fühlens auszusprechen. Ich benenne also nicht nur das »Endprodukt« (ein Statement), sondern auch die Annahmen, Bewertungen, Vorurteile sowie Beobachtungen, die mich dazu geführt haben.

Eine erkundende Haltung üben
Ich gebe meine Rolle als Wissende auf und entwickle echtes Interesse an dem, was anders ist als ich es bereits kenne. Damit ist eine Haltung von Neugier, Achtsamkeit und Bescheidenheit gemeint: »Ich weiß nicht, doch ich möchte gerne darüber erfahren«.

Den Beobachter beobachten
Dies bedeutet, dass ich mich im Dialogprozess selbst beobachte und mich darum bemühe, mir meiner eigenen Denk-, Gefühls- und Reaktionsmuster bewusst zu werden.